| Siegerdorf Deising |
| Deising ist Kreissieger im Dorfwettbewerb |
| „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden“, so lautete der Wettbewerb des Landkreises Kelheim. |
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Deising stand am Anfang der Bewertungstour und es galt Eindruck zu machen. Der ganze Ort hatte sich herausgeputzt, die Fahnen des Zunftsvereins wehten repräsentativ vor dem Gasthaus Himmelreich und so konnten die Mitglieder der Bewertungskommission bei schönstem König-Ludwig-Wetter empfangen werden.
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| Die Stadt Riedenburg hatte sogar einen leibhaftigen Glücksbringer in Gestalt von Volker Süß nach Deising geschickt. Hatte der zweite Bürgermeister doch bereits durch seine Anwesenheit auch anderen Ortschaften zum Erfolg verholfen. Volker Süß beschrieb dann auch in gewohnt kurzweiliger Manier die Veränderungen, welche das Dorf durch den Main-Donau-Kanal erfuhr. |
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| So habe z.B. die Brücke eine völlig neue Dorfsituation geschaffen, Wege seien umgeleitet worden, auch wenn dabei die Romantik etwas verloren ging. Im Gegenzug präsentierte er jedoch sofort die Vorzüge der Gegenwart, die Hochwasserfreilegung, ebenso wie die Dorferneuerung. Das Ergebnis, so Süß, könne sich sehen lassen. Die Ortsdurchfahrt wurde ausgebaut, der Zeller Weg neu gestaltet, ein Zugang zur spätromantischen Kirche geschaffen, ein Kinderspielplatz in der Ortsmitte errichtet und vieles mehr. Natürlich hob er auch das pulsierende Vereinsleben sowie den Zusammenhalt der Dorfbewohner hervor. |
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| Während eines 90minütigen Marschs durch die sengende Hitze, der entlang des Mühlbachs, hinauf zum schönsten Aussichtspunkt und wieder hinunter zum Kirchlein führte, sammelte Deising bei den Jurymitgliedern Punkt um Punkt und wurde letztendlich zum verdienten Sieger gekürt. |
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| Ostansicht |
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| „Deising habe mit Abstand das beste Bild aller gemeldeten Ortschaften abgegeben“, resümierte Franz Nadler, der Vorsitzende der Bewertungskommission. „Wir waren beeindruckt, wie gut sich das Dorf präsentiert hat“, schilderte er dann auch die Stimmung innerhalb der Jury. |
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| Herausragend seien aus Sicht der neutralen Bewertungskommission die sehr hohe Planungsqualität, deren vorbildliche Umsetzung sowie die Einbindung der Bevölkerung durch die Dorferneuerung ins Dorfleben gewesen. Überhaupt faszinierte ihnen das große bürgerschaftliche Engagement in Deising: „Das Vereinsleben ist intakt, hier rührt sich was!“ |
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| Großes Lob erhielten auch die Ortskerngestaltung und das sanierte Jurahaus. Besonders wurden die gleichmässigen Dachlandschaften, sowie die Verwendung von ortstypischen Materialien wie Holz und Jurastein hervorgehoben |
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| Ortsmitte Gasthaus Himmelreich |
Jurahaus |
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| Auch der naturbelassene Deisinger Mühlbach beeindruckte die Jury ebenso wie das reichhaltige Fassadengrün, das eindrucksvolle Baumtor bei der Ortseinfahrt, die alten Streuobstbestände oder der Roßkopfsteig. |
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| Mühlbach |
Dorfanger |
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| „Das Dorf ist wunderbar ins Altmühltal eingebettet“ pries Nadler das hervorstechende Merkmal des neuen Kreissiegers. „Hier kümmert man sich ganz intensiv um die Belange des Naturschutzes“, lobte er deshalb auch. |
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| Bauerngarten |
Hofeinfahrt der Familie Halbig |
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| Viele Streuobstwiesen und die fast perfekte Einbindung in die Landschaft würden dies beweisen. |
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| Schrebergarten |
Westansicht von Deising |
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Schleuse bei Deising
Die Schleusen waren gewöhnlich 34,2 m lang und 4,7 m breit. Sie hatten eine Hubhöhe von 2,3 bis 2,6 m. Ein Schleusungsvorgang dauerte ca. 10-15 Minuten. Bis zu 500.000 l Wasser benötigte eine Schleusenfüllung. Zur Wasserersparnis konnte die Schleusenkammer deshalb durch ein Zwischentor auf 23,2 m verkürzt werden.Wärter und Gehilfen waren für den Schleusendienst eingestellt. Sie besorgten Aufsicht und Pflege des Kanals sowie die Instandhaltung der Schleusen. Zu ihren Aufgaben gehörte auch die Einnahme der Pachtgelder für die 40.000 entlang des Kanals gepflanzten Obstbäume.
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| Als die Deisinger die frohe Botschaft erhielten, gab es reihum nur glückliche und zufriedene Gesichter. „Dies sei der Lohn der wochenlangen Vorbereitungsmühen und es herrsche eine Riesenfreude“, so die Deisinger. |
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| Aber, eine eigene Feier sei vorerst nicht geplant. Vielleicht in einem Jahr nach dem Bezirksentscheid, denn Deising wird den Landkreis Kelheim im Sommer 2006 bei diesem vertreten. |
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| Blick auf Deising vom Dolomitfelsen aus |
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| Geschichte |
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| Das Dorf Deising wird zum erstenmal im Jahre 1230 erwähnt. Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1230 wird Deising „Tivsingen“ genannt. Sie ist in lateinischem Text gehalten und sagt aus, dass ein Herr Volkmar von Deising das Dorf Weiding und die Fischerei Sweiniginde für 20 Pfund erkaufte. |
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| Vermutlich hat Deising schon vor der Hofmark Meihern bestanden, denn nach Lehner-Burgstall hat auf dem Kühberg, vielleicht schon zur Zeit der Kelten, ein befestigtes Schloß gestanden. |
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| Man sieht heute noch in der Nähe des Roßkopfes Wälle mit Gräben. Zur Zeit der Hofmarksherrschaft waren in Deising dreierlei Herrschaftsuntertanen, kurfürstliche, altmühlmünsterische und meyer'sche. Die weltliche Gerichtsbarkeit ist von den jeweiligen Besitzern von Flügelsberg und Meihern ausgeübt worden. Ansonsten aber war die Kommende Altmühlmünster der bestimmende Faktor über das Dorf Deising. |
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Deising - Aufnahme von 1911 |
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Deising heute |
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| Es standen in Deising zwei Kirchen. Die St. Nikolaus-Kirche stand im östlichen Bereich von Deising. Diese wurde jedoch im 17. Jahrhundert durch Hochwasser völlig zerstört. Das Altarbild des heiligen Nikolaus hängt nun in der Petruskirche, der zweiten Kirche Deisings. Diese wurde im frühen 13. Jahrhundert erbaut und trägt noch ein romanisches Ostfenster in dem mit gotischen Treppengiebeln versehenen Turm. Dem ungewöhnlich starken Mauerwerk nach zu schließen, muss die Petruskirche eine Wehrkirche gewesen sein. In kriegerischen Zeiten bot nämlich ein so festes Bauwerk den einzigen Schutz für die wehrlosen Bürger. |
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| Die Kirche wurde 1994 komplett renoviert. |
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Innenansicht der Petruskirche |
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| Roßkopfsteig |
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| Der Roßkopfsteig ist ein Naturerlebnisweg, hier wandert man entlang von alten Hohl- und Viehtriebwegen durch ein schönes Trockental über eine wunderschöne Wachholderheide und Trockenrasen zum Roßkopf. Zurück über den Eselsteig nach Deising. Auf diesem Rundweg wandert man auf den Spuren der Kelten und Tempelritter, hier kann man die Natur und die Ruhe geniessen. |
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| Die Kelten holten schon Ihr Trinkwasser aus der Petrusquelle und beförderten dieses Wasser mit Eseln über den Eselsteig zum Roßkopf, wo sich ein befestigtes Keltenschloß befand. |
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| Der Roßkopfsteig ist ein Vorzeigeprojekt des Regierungsbezirks Niederbayern. |
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| Wandern zum Rosskopfsteig |
Wacholderheide |
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| Petrusquelle |
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| Die Petrusquelle in Deising ist eine der stärksten Karstquellen im Altmühltal. Die durchschnittliche Schüttung beträgt ca. über 400 l/s. Bei extremen Niederschlägen oder bei Schneeschmelze kann die Quelle bis über 2.000 l/s. schütten. Aus der Quelle kommt sehr klares Wasser. |
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| Die tägliche Schüttung beträgt ca. 35.000 m3. Sie hat ein Einzugsgebiet von ca. 55 km2. |
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| Die Quelle wurde vom Johanniterkloster Altmühlmünster gefasst. Eine Mühle und ein Sägewerk wurden mit Wasserkraft angetrieben. |
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| Seit 1803 ist die Quelle im Besitz der Familie Sippel. Sie betreiben heute noch ein Sägewerk und erzeugen Strom. Die Mühle brannte 1945 ab, wurde aber wieder aufgebaut, jedoch nicht mehr in Betrieb genommen. |
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| Um 1240 wurde über der Quelle die Petruskirche erbaut. |
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| Die Petrusquelle liegt direkt am Roßkopfsteig. Sie diente schon während der Keltenzeit für das befestigte Keltenschloß auf dem Roßkopf als Trinkwasserquelle. Das Wasser wurde von der Quelle über den Eselssteig mit Eseln zum Keltenschloß befördert. |
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| Auch diente sie bis ca.1960 für die Deisinger Bauern als Viehtränke. Die Tiere wurden vor dem Auftrieb zum Kühberg und nach dem Abtrieb an der Quelle getränkt. |
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| Petrusquelle |
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